Unternehmen und Verantwortung

Wie groß ist der E-Commerce-Waren-Müllhaufen?

30.06.2021

Wie groß ist der E-Commerce-Waren-Müllhaufen?

Online einkaufen liegt im Trend. Allerdings werden viele Waren wieder zurückgeschickt. Lauf Kreislaufwirtschaftsgesetz ist die Zerstörung von Waren, die noch verwendbar oder gar neu sind, verboten. Die Waren sollten möglichst nicht vernichtet werden. Unternehmen unterliegen der Pflicht, Waren möglichst lange gebrauchsfähig zu halten – das ist weltweit ein juristisches Novum.

Nach dem Kreislaufwirtschaftsgesezt hat Abfallvermeidung höchste Prioriät. Das Problem: Das Gesetz ist beschlossen, es fehlt allerdings an Ausführungsverordnungen. Deshalb können die Behörden auf Landesebene noch nicht aktiv werden. Das Bundesumweltministerium arbeitet aktuell an einer Transparenzverordnung, welche von den Unternehmen eine Berichtserstattung über die Mengen von Retouren, Vernichtung und Recyclingquote fordert. Man müsse zuerst das Problem genau kennen um dagegen angehen zu können, so das Bundesumweltamt.

 

Wie groß das Problem der Warenvernichtung im Ganzen ist, ist zur Zeit noch unklar. Die Umweltorganisation Greenpeace sagt, dass Amazon, Zalando und Co. Eine dreistellige Millionenzahl an Rücksendungen erhält und dass davon nicht alle Artikel wieder in den Verkauf kommen, sondern auf dem Müll landen. Denn wenn die Artikel zu lange im Regal liegen, vor allem Kleidung und Elektroartikel, würden diese deshalb vorzeitig vernichtet. Die Unternehmen selbst behaupten, dass die Zahl der Vernichtung bei etwa einem Promille liegt. Ein Großteil der zurückgegebenen Artikel würde neu gelistet oder als Gebrauchtware verkauft, an Restpostenhändler abgegeben oder gespendet.

Hinter dem Problem hoher Retourenquoten und etwaig hoher Vernichtungsraten im Onlinehandel steht vor allem der Trend zu immer kürzeren Produktzyklen.


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